RESEARCH DATA MANAGEMENT

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Modul 7-1

Editionen – Grundlagen

In diesem Modul stellen wir Ihnen Grundbegriffe, Definitionen und Methoden aus dem Bereich der Editionen vor. Editionen sind von besonderer Bedeutung in der geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung und ein bedeutsamer Unteraspekt des Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften.

All cartoons courtesyof JørgenStamp,
Digitalbevaring.dk.CC BY 2.5.

  35 min

Lernziele

In diesem Modul lernen Sie

  • was eine wissenschaftliche Edition ist,
  • was eine digitale Edition ist,

anhand einiger Beispiele welche unterschiedlichen Typen von Editionen es gibt.

 

SCENARIO

Luc ist Doktorand in einem Langzeitprojekt für Editionen an einer geisteswissenschaftlichen Fakultät. Im Rahmen der Neufinanzierung des Editionsprojekts ist die Projektgruppe aufgefordert, ihre Edition auf die Belange des Forschungsdatenmanagements auszurichten.

 

Folie 1

In diesem Modul geben wir Ihnen eine Einführung in das weite Feld der Editionen.

Folie 2

Wir beginnen mit Definitionen und einer Klärung darüber, was wissenschaftliche bzw. digitale Editionen sind.

Folie 3

Beginnen wir mit der Frage, was wissenschaftliche Editionen sind.

Folie 4

Eine kritische Edition verfolgt mehrere Ziele, an vorderster Stelle das Hervorherben des kulturellen Erbes und die Rekonstruktion wichtiger Dokumente. Häufig geht es aber auch um das Wiederherstellen einer verlorenen originalen Fassung, dem sogenannten Urtext.

Folie 5

Eine Edition gleicht aber nicht jeder anderen Edition. Es gibt sehr viele unterschiedliche Typen, wie aufgelistet.

Folie 6

Eine Faksimile-Edition ist eine einfache Wiedergabe des ursprünglichen Dokuments.

Folie 7

Eine genetische Edition versucht vor allen Dingen den Schreibprozess zu rekonstruieren. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, dass vor allen Dingen in Frankreich Anwendung findet.

Folie 8

Bei der diplomatischen Edition liegt der Fokus auf der Klärung offener Fragen hinsichtlich des ursprünglichen Texts.

Folie 9

Wohingegen eine kritische Edition versucht, vollständig und in allen Dingen transparent zu sein.

Eine kritische Edition ist von daher sehr komplex und in viele unterschiedliche Teile untergliedert.

Folie 10

Der besondere Charakter einer wissenschaftlichen Edition lässt sich vor allen Dingen mit dem nur sehr schwer in andere Sprachen übersetzbaren deutschen Wort «erschliessen» begreifen.

Die Definiton von Sahle enthält aber noch drei wichtige weitere Begriffe: Wiedergabe, kritisch und historisch, die auf den nachfolgenden Folien geklärt werden.

Folie 11

Folie 12

Folie 13

Folie 14

Sehr deutlich wird dieser Zusammenhang anhand der auf dieser Folie gezeigten Gegenüberstellung.

Zu unterscheiden ist auch, ob ausgehend von einer einzigen oder von mehrere Quellen aus editiert wird.

 

Folie 15

Mit dem Aufkommen der Digital Humanities haben digitale Editionen an Bedeutung gewonnen.

Folie 16

Auch digitale Editionen umfassen viele Aspekte.

Folie 17

Im Teil dieses Moduls, der diesem inhaltlichen Material unmittelbar folgt, haben wir Ihnen eine Reihe von unterschiedlichen Beispielen für Editionen zusammengestellt.

Folie 18

Die Gründe dafür, warum (digitale) Editionen eine besondere Herausforderung sind, haben wir Ihnen auf dieser Folie zusammengestellt.

Die Quellen sind häufig sehr schlecht lesbar und liegen in mehreren Kopien vor. Jedes Dokument hat seinen eigenen oftmals langwierigen Werdegang und steht mit vielen Personen und Orten in Verbindung.

Häufig spielt auch das Medium auf dem es verfasst wurde, eine besondere Rolle und liegt nur als Fragment vor oder wurde weiterverarbeitet und mit anderen Werken vermischt.

Folie 19

Weiterführende Informationen finden Sie unter dem nachstehenden Link.

http://www.digitale-edition.de/

Folie 20

Ein Digitalisat ist keine digitale Edition.

Eine digitale Edition kann auch nicht einfach so auf Papier gebracht werden, ohne dass der Wertzuwachs des Digitalen verloren geht.

Dabei spielt der Begriff des digitalen Paradigma eine wichtige Rolle.

Folie 21

Der Begriff des digitalen Paradigma ist gleichfalls sehr komplex und umfasst mindestens die fünf auf dieser Folie aufgelisteten Punkte.

Folie 22

Diese Grafik zeigt die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen traditionellen und digitalen Editionen.

Beide können ausgedruckt werden.

Beide können auch in einer digitalen Version ausgedruckt werden

Jedoch nur die digitale Edition kann in einer digitalen Arbeitsumgebung ausgedrückt werden.

Zudem kann eine traditionelle Edition nicht in die logische Struktur einer digitalen Edition überführt werden, eine digitale Edition jedoch in die logische Struktur einer traditionellen Edition, jedoch – wie gesagt – nur mit inhaltlichen und funktionalen Verlusten.

LOOK

Beispiele für Editionen

An dieser Stelle haben wir Ihnen unterschiedliche Beispiele für Editionen zusammengestellt. Diese zeigen Ihnen das gesamte Spektrum der Möglichkeiten im Bereich der digitalen Editionen.

Modul-7-1-Beispiele

 

TAKEAWAYS

Takeaways

In diesem Modul haben Sie gelernt, dass eine digitale Edition mehr als ein Digitalisat ist.

Digitale Editionen können zudem sehr viele uneinheitliche Formen annehmen. Jedes Projekt hat ein spezifisches editorisches Profil hat und muss verschiedenen Herausforderungen begegnen dies jeweils in Abhängigkeit der Quellentypen.

Von grosser Bedeutung ist das Konzept des digitalen Paradigma. Es besagt, dass bei Editionen ein Prozess vom Bild zu den Texten vollzogen wird und Inhalt und Präsentation mehr und mehr getrennt werden.

 

Bitte zitieren als
PUGIN, Laurent. Modul 7-1: Editionen: Grundlagen. In: MASTRANDREA, Elena, PRONGUÉ, Nicolas, SCHNEIDER, René und STETTLER, Niklaus, Kursbuch Forschungsdaten [online]. HTW Chur – HEG Genève, 2017. Verfügbar unter: http://www.researchdatamanagement.ch/modul-7-1/