RESEARCH DATA MANAGEMENT

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Modul 9-2

Train the Trainer – Inhalte

In diesem Modul geht es um das Thema Forschungsdatenkompetenz und um die inhaltliche Konzeption eines Kurses zum Thema Forschungsdatenmanagement.

All cartoons courtesyof JørgenStamp,
Digitalbevaring.dk.CC BY 2.5.

  35 min

Lernziele

In diesem Modul

  • zeigen wir Ihnen eine allgemeine Sichtweise auf die Problematik der Forschungsdatenkompetenz,
  • lernen Sie eine Methode kennen, nach der sie Inhalte eines umfangreicheren Kurses zusammenstellen, priorisieren und visualisieren können,
  • erhalten sie einen kommentierten Überblick über bestehende Kursangebote.

SCENARIO

Nach der Durchführung der Lunch Time Lecture zum Forschungsdatenmanagement (s. Teil 1 dieses Moduls) beschliesst Jacqueline, einen 30-stündigen Kurs zum Thema Forschungsdatenmanagement zu konzipieren. Dazu möchte sie sich einen Überblick über bereits durchgeführte Kurse und das online zur Verfügung stehende Material verschaffen.

Da sie schon Kurse zur Informationskompetenz gegeben hat, geht sie zunächst der Frage nach, inwieweit sich die zu erwerbenden Kompetenzen im Fall des Forschungsdatenmanagement von der Informationskompetenz im Allgemeinen unterscheiden und was das konkret bedeutet.  Anschliessend möchte sie den Kurs mit seinen Inhalten auf ihr Zielpublikum sowie deren Bedürfnisse zuschneiden und die Inhalte je nach Zielpublikum priorisieren.

Folie 1

In diesem Teil des Moduls werden wir uns der Frage widmen, was Forschungsdatenkompetenz ist.

Der Begriff legt bereits nahe, dass wir ihn als Erweiterung des bereits etablierten Begriffs der Informationskompetenz verstehen.

Die nachstehende Publikation führt diese Überlegung in allen Einzelheiten aus:

SCHNEIDER, René, 2013. Research Data Literacy. In: Worldwide commonalities and challenges in information literacy research and practice: European Conference, ECIL 2013, Istanbul, Turkey, October 22-25, 2013: revised selected papers. Berlin: Springer, 2013, S. 134-140. Communications in Computer and Information Science, Vol. 397.

Folie 2

Für dieses Modul wollen wir uns darauf beschränken, die wichtigsten Elemente eines Gedankenexperiments durchzugehen.

Im Anschluss werden dann die einzelnen Schritte der praktischen Umsetzung vorgestellt.

Folie 3

Im Umgang mit Information im allgemeinen sowie mit Kuration von Daten im besonderen lassen sich drei Gruppen von Kernkompetenzen isolieren:

-die sog. «Big 6 der Informationskompetenz»

-die «Sieben Säulen der Informationskompetenz» im Hochschulbereich

-sowie sechs Kernkompetenzen für die Archivierung von Daten bzw. Forschungsdaten als Bestandteil eines Train-the-Trainer Programms der Library of Congress

Folie 4

Die Big 6 beschreiben den Umgang mit Information und klären Fragen wie

-«Worum geht es?»,

-«Wo finde ich Information?»,

-«Wie wähle ich Information aus und führe sie neu zusammen?» sowie

-«Wie bewerte ich Information und präsentiere sie dann?».

Folie 5

Die sieben Säulen der Informationskompetenz sind vergleichbar, setzen aber andere Akzente.

Sie fügen die Kompetenz der Planung und des Management ein, die auch im Rahmen des Forschungsdatenmanagement eine wichtige Rolle spielen.

Folie 6

Im Gegensatz dazu räumt das Programm der Library of Congress zur Digitalen Kuration von Daten den im Kontext der Langzeitarchivierung wichtigen Kompetenzen der Speicherung und Konservierung einen wichtigen Rang ein.

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Betrachtet man sämtliche drei Listen, lassen sich diese im Hinblick auf die Fragen des Forschungsdatenmanagement zu einer erweiterten Liste zusammenfassen, die der Komplexität des Themas Rechnung trägt.

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In einem zweiten Schritt gilt es, die Frage zu beantworten, welche konkreten Fähigkeiten im Kontext der einzelnen Kompetenzen zu erlernen sind.

In unserem Fall haben wir zunächst als Beispiel die Liste der Kernfährigkeiten des Datenmanagement von Rusbridge und Donnelly ausgewählt …

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… und diese dann in einem weiteren Schritt den einzelnen Kompetenzen zugeordnet.

Dabei wird nicht der Anspruch erhoben, dass diese Zuordnung korrekt oder vollständig oder dass genaue diese Kompetenzen zu vermitteln sind.

Es geht vorrangig nur um ein Beispiel.

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Ein zusätzlicher wichtiger Punkt, der im Zusammenhang zu Kompetenzen und Fähigkeiten steht, ist die geplante Dauer des Kurses.

In einer groben Vereinfachung lässt sich sagen: je weniger Zeit zur Verfügung, desto weniger kann vermittelt werden und umso wichtiger sind die grundlegenden Kenntnisse im Umgang mit Information und Daten.

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Des Weiteren muss im Zusammenhang mit der zur Verfügung stehenden Zeit das Zielpublikum betrachtet werden.

Je nach Zielpublikum ändert sich auch der Umfang der zu vermittelnden Inhalte.

Wir haben dazu eine (wiederum nicht vollständige) Liste von Adressaten erstellt.

Für jede Zielgruppe gibt es Inhalte, die fakultativ bzw. obligatorisch anzubieten sind.

Folie 12

All diese Aspekte lassen sich recht gut zweidimensional auf das Konzept eines Metrofahrplans übertragen.

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Dadurch lassen sich die einzelnen Fähigkeiten entlang der der Linie anbringen.

Je wichtiger eine Fähigkeit ist, umso stärker wird sie im Zentrum positioniert.

Folie 15

Dieser Schritt lässt sich dann für alle Linien und Haltestellen durchführen.

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Bis man am Ende einen Metrofahrplan mit allen Kernkompetenzen und Inhalten zusammengestellt hat.

In unserem Beispiel wurde die Management-Kompetenz als so umfassend angesehen, dass sie als eine «Circle Line» dargestellt wurde.

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Dabei gehen wir von einer kurzen zentralen Zone aus, für die ein Ticket mit einer Gültigkeit von zwei Stunden (entsprechend der Dauer der Unterrichtseinheit) erworben werden kann.

Im Anschluss daran erweitern wir die Zonen schrittweise entsprechend der Zeit, die für den Unterricht vorgesehen ist.

Folie 19

Dies erlaubt es uns, einen zweidimensionalen Überblick über alle Kernkompetenzen und Inhalte zu erstellen und eine erste Priorisierung im Hinblick auf das Zielpublikum und die Dauer des Kurses zu erlangen.

Auch hier gilt, dass auf diese Lösung kein universeller Anspruch erhoben wird.

Es geht vornehmlich um eine praktische Übung, die es uns erlaubt, die Komplexität des Themas algorithmisch zu reflektieren und übersichtlich zu visualisieren.

LOOK

Tour d’Horizon

Modul-9-2_TourDHorizon.pdf

Zur Vervollständigung der Unterlagen haben wir Ihnen ein Überblick zu weiteren Kursen zusammengestellt:

  • zum einen Kurse, die wir als besonders gelungen und relevant im Hinblick auf unser eigenes Kursangebot ansehen,
  • zum anderen eine Reihe von weiteren Kursen, die für Sie von Interesse sein könnten.
Übung

An dieser Stelle haben wir Ihnen ein Kartenset aus Kompetenzen und Fähigkeiten zusammengestellt.

Sollten Sie über ein bis zwei Stunden Zeit verfügen, können Sie versuchen, diese Karten auf einem grossen Blatt Papier entsprechend der gezeigten Methode zu einem Metrofahrplan zusammenzufügen.

Modul-9-2_Metromap

Modul-9-2_ClosedCardSorting.ods

TAKEAWAYS

Takeaways

Für jeden Kurs müssen Inhalte ausgewählt werden. Diese Inhalte müssen organisatorischen Kriterien, wie z. Bsp. Zielpublikum, Kursdauer, Wissensstand der Teilnehmer usw. angepasst werden. 
Es ist sinnvoll, die angepassten Kursinhalte visuell und zweidimensional darzustellen, bspw. als Metromap. 

 

Bitte zitieren als
BLUMER, Eliane und SCHNEIDER, René. Modul 9-2: Train the Trainer: Inhalte. In: MASTRANDREA, Elena, PRONGUÉ, Nicolas, SCHNEIDER, René und STETTLER, Niklaus, Kursbuch Forschungsdaten [online]. HTW Chur – HEG Genève, 2017. Verfügbar unter: http://www.researchdatamanagement.ch/modul-9-2/